Thema "Schulbegleiter"

In den letzten Jahren haben Schulbegleitungen stark zugenommen. Meist eine große Hilfe für alle Beteiligten. In meiner eigenen Praxis habe ich fast ausschließlich hochmotivierte und gute Personen kennengelernt, mit denen eine ausgezeichnete Zusammenarbeit selbstverständlich war. Wichtig ist natürlich, dass die Eigenständigkeit des Kindes stets gefördert wird und es nicht dazu führt, dass die Schulbegleitung und das Kind zu einem eigenen Kosmos im Klassenzimmer werden.

Die Aufgabenvielfalt, die Schulbegleiter übernehmen, reich von einfachen Hilfestellungen bis zu pädagogischen Tätigkeiten. Die nach offiziellen Richtlinien geforderte Weglassung von pädagogischen Tätigkeiten (VbdB, 2012 – www.spuren.biz/empfehlungenschulbegleiter) ist in der schulischen Praxis nicht möglich (vgl. Weidenhille, P. et.al. (2018), Der Schulbegleiter muss vom Typ her offen sein. Eine Interviewstudie zur Kooperation zwischen Lehrkräften und Schulbegleitern an bayerischen Gymnasien, in: Spuren 1/2018 S. 39). Gerade in der Situation des Religionsunterrichts, der häufig von Fachlehrkräften erteilt wird, ergibt sich daher die Notwendigkeit zu einer Absprache mit den Schulbegleiterinnen und Schulbegleitern. Bereits bei der Planung sind die Anwesenheit dieser Person(en) zu bedenken und Möglichkeiten zur kreativen Integration zu überlegen (Sitzplatz im Stuhlkreis, Teilnahme an Ritualen etc.). Die Anwesenheit von schulbegleitenden Person kann als Bereicherung begriffen werden, wenn ihre Aufgaben klar bedacht und kommuniziert werden. Ganz wichtig erscheint die Möglichkeit, Informationen über aktuelle Situation und Ereignisse in der Religionsgruppe über die Schulbegleitungen zu erhalten, die man als Fachlehrkraft oft nicht, oder nur ungenau, erhält. Einige Augenblicke Zeit für solche Gespräche mit Schulbegleitungen einzuplanen ist überaus hilfreich für alle Beteiligten.

Im Falle von Problemen ist Folgendes anzumerken: Die unterrichtende Lehrkraft ist verantwortlich für den Unterricht und hat für den störungsfreien Ablauf zu sorgen!

"Der Erziehungsauftrag ist Teil des gesetzlichen Auftrags der Schule und wird von den Lehrkräften wahrgenommen. Dies gilt im vorliegenden Zusammenhang insbesondere für die Herstellung der Klassenordnung ..."
"Schulbegleiter sind keine Zweitlehrkräfte, Nachhilfelehrkräfte, Hausaufgabenbetreuer oder Assistenten der Lehrkräfte bei der Vermittlung der Unterrichtsinhalte. Die schulpädagogische und didaktische Verantwortung für die Vermittlung des Lehrstoffes an junge Menschen mit Behinderung obliegt ausschließlich den Lehrkräften ..."

(Quelle: Einsatz von Schulbegleitern/innen an Förderschulen bei der Beschulung von Schülern/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt sozial-emotional, gemeinsame Empfehlungen des Bezirks und des Staatsministeriums, 2013 - oder auf der Homepage der Schulberatung Bayern > Regionale Schulinformationen > Inklusion > Inklusion an bayerischen Schulen > scrollen bis: Schulbegleiter – schulartübergreifend.)

Daraus ist zu folgern, dass die Lehrkraft durchaus die Aufgabe hat, auf störendes Verhalten von Schulbegleitungen hinzuweisen. Wenn dies keinen Erfolg haben sollte, ist mit der Klassenlehrkraft und der Schulleitung Rücksprache zu halten. Weisungsbefugt ist letztendlich die Schulleitung!

"Der Schulleiter ist gemäß Art. 57 Abs. 2 Satz 1 BayEUG für einen geordneten Schulbetrieb und Unterricht verantwortlich. Der Schulleiter hat in Fragen des Schul- und Unterrichtsbetriebs ein Weisungsrecht, das er an die Lehrkräfte in der Klasse delegieren kann. Die Lehrkräfte tragen gemäß Art. 59 Abs. 1 Satz 1 BayEUG die unmittelbare pädagogische Verantwortung für den Unterricht und die Erziehung der Schüler. In diesem Kontext übt der Schulbegleiter seine Eingliederungshilfe eigenverantwortlich nach Maßgabe des Hilfeplans aus. Zur Vermeidung von Abgrenzungsschwierigkeiten und für eine bestmögliche Wirksamkeit von Schule und Eingliederungshilfe sind der konkrete Aufgabenbereich des Schulbegleiters und seine Entscheidungsspielräume zu beschreiben. Darüber hinaus sind zwischen Lehrkraft und Schulbegleiter, ggf. auch zwischen Schulleitung und Jugendamt, konkret in der Zusammenarbeit entstehende Fragen der Abstimmung zu klären.
In konkreten und eilbedürftigen Situationen entscheidet die Lehrkraft bzw. der Schulleiter aufgrund der Gesamtverantwortung Art. 57 Abs. 2 Satz 1 BayEUG." (a.a.O.)

In dem o.g. Schreiben, das im Internet zum Download steht, findet sich eine umfassende Beschreibung zum Thema Schulbegleitung. Eine neuere Veröffentlichung gibt es nicht.

Nützliche Links:

Fragen zu Beantragung etc. beantworten viele Seiten, z. B. "Was Eltern in Bayern über Inklusion wissen müssen" oder "Ablauf für den Antrag auf Schulbegleitung".

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