Schwall bunter Farben

Miteinander in Vielfalt: Inklusion im Religionsunterricht


"Was im Vorhinein nicht ausgegrenzt wird, muss hinterher auch nicht eingegliedert werden!"
(Richard von Weizsäcker)

Was ist Inklusion?

Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gemeinsam zu leben und zu lernen. Ganz egal, wie verschieden sie sind, Inklusion bedeutet: Miteinander in Vielfalt. Inklusion ist ein unbedingtes Menschenrecht! Der einzelne Schüler mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen, aber auch mit seinem persönlichen Unterstützungsbedarf rückt in den Blick.

NEUERSCHEINUNG: "Religion inklusiv unterrichten"

Praxisreflexionen kirchlicher Religionslehrkräfte an Inklusionsschulen

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention und der staatlichen Förderung von Inklusion an Schulen stehen auch Religionslehrkräfte vor der Herausforderung, ihren Unterricht inklusiv und diversitätssensibel zu gestalten. Welche Praxiserfahrungen sammeln Religionslehrer*innen in ihrem inklusiven Religionsunterricht? Wo nehmen Sie Inklusion als gelingend wahr, wo erkennen sie Grenzen? Wie verändert sich Religionsunterricht durch Inklusion und welche Kompetenzen brauchen Religionslehrer*innen, um religiöse Bildungsprozesse inklusiv gestalten zu können?

Der Band "Religion inklusiv unterrichten", der in der Reihe "Religionspädagogik innovativ" des Kohlhammer Verlags erschienen ist, verfolgt diese Fragestellungen in einer empirischen Studie und rückt dabei die Perspektive kirchlicher Religionslehrkräfte an bayerischen Inklusionsschulen in den Fokus. Ihre Praxisreflexionen über inklusiven Religionsunterricht liefern Bezugspunkte zur Weiterentwicklung einer inklusiven und diversitätssensiblen Religionspädagogik.

Weitere Informationen 

Inklusion ist mehr

Der Inklusionsgedanke entspricht dem christlichen Menschenbild, das jeden Menschen als ein Geschöpf und als Ebenbild Gottes versteht. Aus dieser Haltung heraus schafft inklusiver Religionsunterricht eine Atmosphäre, in der es um mehr geht, als einzig um messbare Leistungen.

Inklusion zielt dabei nicht nur auf das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Ein inklusiver Religionsunterricht bemüht sich um einen sensiblen Umgang mit Heterogenität, um Differenzierung und um den Abbau von (möglichen) Lernbarrieren.

Für den Religionsunterricht bedeutet Inklusion:

  • Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf
  • Das Lernen in altersheterogenen Gruppen
  • Das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlichem sozialem, kulturellem, religiösem und ethnischem Hintergrund
  • Das Miteinander von Jungen und Mädchen und ein geschlechtersensibler Unterricht
  • Das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlicher Leistungsmotivation und Leistungsfähigkeit

Inklusion zielt auf die Überwindung von Ungleichheiten und auf ein Miteinander auf Augenhöhe. Fähigkeit zur Empathie, ein sensibler Blick auf (mögliche) Barrieren, Toleranz gegenüber dem Andersartigen und Bereitschaft zur Solidarität sind dazu unerlässlich.

Das RPZ Heilsbronn unterstützt Sie bei Ihrem inklusiven Religionsunterricht

Wir verstehen Inklusion vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes, das jeden Einzelnen wertschätzt und das Miteinander verschiedener Menschen fördert. Deshalb unterstützen wir Religionslehrkräfte auf dem Weg zu einem inklusiven Unterricht:

  • Wir gestalten Fortbildungsangebote und informieren Arbeitskreise, interessierte Religionslehrkräfte, Studierende und Pfarrer*innen über die Möglichkeiten eines inklusiven Religionsunterrichts.
  • Wir beraten Religionslehrkräfte und Pfarrer*innen und begleiten sie bei der methodisch-didaktischen Ausrichtung des eigenen inklusiven Religionsunterrichts.
  • Wir entwickeln Konzepte und Praxisideen für einen inklusiven und differenzierenden Religionsunterricht.
  • Wir vernetzen uns mit anderen Instituten, Universitäten und Hochschulen, um die Weiterentwicklung inklusiv-religionspädagogischer Konzeptionen zu unterstützen und wissenschaftlich zu fundieren.

InReV - Inklusive Religionspädagogik der Vielfalt

Das Referat Inklusion des RPZ Heilsbronn beteiligt sich an der inhaltlichen und fachlichen Profilierung einer „Inklusiven Religionspädagogik der Vielfalt“. Unter Leitung des Comenius-Instituts Münster entwickeln religionspädagogische Expert*innen aus Wissenschaft, Aus-/Fort-/Weiterbildung und Unterrichtspraxis Theorie- und Praxiskonzepte für einen diversitätssensiblen Religionsunterricht. Die Reflexion und Bearbeitung von Heterogenität im Kontext religiöser Bildung steht im Mittelpunkt von „InReV“. Neben der fachwissenschaftlichen Profilierung einer „Inklusiven Religionspädagogik der Vielfalt“, die sich als allgemeine und diversitätssensible Religionspädagogik versteht, zielt „InReV“ auch auf eine diversitätssensible Praxis des Religionsunterrichts ab. Auf dem InReV-Internetportal stehen Lehrkräften, Studierende, Fortbildner*innen und anderen interessierten Personen zahlreiche Grundlagentexte, ein Themen-Blog, Unterstützungsangebote zur eigenen Unterrichtsreflexion, Unterrichtsmaterialien und viele weitere Angebote rund um eine inklusive und diversitätssensible Religionspädagogik zur Verfügung.

Eine fachlich fundierte Einführung in das Konzept einer vielfaltssensiblen und inklusiven Religionspädagogik bietet die Veröffentlichung "Inklusive Religionspädagogik der Vielfalt. Konzeptionelle Grundlagen und didaktische Konkretionen". Dieser Sammelband ist im Sommer 2020 im Waxmann Verlag erschienen. Herausgegeben wurde der Band von Thorsten Knauth, Rainer Möller und Annebelle Pithan. Darin finden sich Einführungen in Theoriekonzepte der Vielfalt, Reflexionen zu einer vielfaltssensiblen Theologie, ein Überblick zu Differenzdiskursen in der Religionspädagogik und Schlüsselthemen einer inklusiven Religionspädagogik der Vielfalt. Einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis gibt es unter: Waxmann Verlag GmbH: Bücher

Kontakt

Dr. Patrick Grasser
Dipl.-Religonspädagoge (FH)
patrick.grasser[at]rpz-heilsbronn.de
Telefon: 09872 / 509-141

Sekretariat

Sonja Reinhold
sonja.reinhold[at]rpz-heilsbronn.de
Telefon: 09872 / 509-132

Angebote für religionspädagogische Arbeitskreise

Inklusion stellt Lehrkräfte vor die Aufgabe, Lernprozesse neu zu durchdenken, zu strukturieren und zu gestalten. Mein Anliegen ist es, Religionslehrkräfte dafür zu sensibilisieren, was Inklusion für den eigenen Unterricht bedeuten kann und wie es gelingen kann, religiöses Lernen in heterogenen Lerngruppen sinnvoll und gewinnbringend möglich zu machen.

Für religionspädagogische Arbeitskreise biete ich dazu folgende Fortbildungsveranstaltungen und –bausteine an, die sich mit unterschiedlichen Facetten von Inklusion und dem Lernen in heterogenen Klassen befassen. Nach Absprache können diese Angebote als Tages- oder Halbtagesfortbildungen gestaltet und mit Blick auf die Teilnehmenden angepasst werden.

  • "Inklusion im Religionsunterricht"
    Einführung ins Thema Inklusion und methodisch-didaktische Bausteine zur Differenzierung im Religionsunterricht
  • "Kooperatives Lernen im inklusiven Religionsunterricht"
    Chancen und Modelle kooperativer Lernformen im Religionsunterricht
  • "Auf dem Weg zu einem barrierefreien Religionsunterricht"
    Fachvortrag zu theologischen und methodisch-didaktischen Überlegungen eines inklusiven Religionsunterrichts
  • "Biblische Wundergeschichten im inklusiven Religionsunterricht"
    Wundergeschichten inklusiv wahrnehmen und Konsequenzen für ihre Bearbeitung im Religionsunterricht
  • "Typisch Junge – typisch Mädchen?"
    Bausteine für einen geschlechtergerechten Religionsunterricht

Haben Sie Interesse an einer dieser Fortbildungen oder möchten Sie ein weiteres Thema anregen, nehmen Sie einfach Kontakt mit mir auf:

Dr. Patrick Grasser
Dipl.-Religonspädagoge (FH)
patrick.grasser[at]rpz-heilsbronn.de
Telefon: 09872 / 509-141

Medien- und Buchtipps

Empfehlenswerte Bücher und Medien zum inklusiven Religionsunterricht

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Teamwork

Kooperatives Lernen

Durch kooperative Lernformen können Schüler*innen miteinander und voneinander lernen und wichtige Kompetenzen schulen.

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Hürden

Barrierefreiheit im RU

Inklusiver Religionsunterricht verlangt von Lehrkräften, mögliche Lernbarrieren zu erkennen, zu reflektieren und nach Möglichkeit zu minimieren.

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Zeitschriften

Artikel

Fachartikel zu Heterogenität, Inklusion und Barrierefreiheit im Religionsunterricht

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Rote Raketen am Himmel

Differenzierung im RU

Hinweise auf mögliche Lernwege sowie Tipps zur Unterrichtsplanung und -gestaltung

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Inklusion und Sonderpädagogik

Im inklusiven Unterricht stehen Religionslehrer*innen vor der Herausforderung, das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf zu gestalten. Dies bedeutet auch, sich mit sonderpädagogischem Knowhow vertraut zu machen. Das Referat Förderschule des RPZ Heilsbronn bietet einige Link- und Literaturtipps zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Förderbedarfen, die für das praktische Arbeiten in Inklusionsklassen hilfreich sein können.

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Das RPZ Heilsbronn bringt sich an verschiedenen Stellen als Kooperationspartner bei der Entwicklung, Konzeption und Gestaltung inklusiver Religionslehrer*innenbildung ein:

Zur Profilierung einer "Inklusiven Religionspädagogik der Vielfalt" finden unter Leitung des Comenius-Instituts regelmäßige Expert*innen-Konsultationen statt. Vertreter*innen aus Hochschule, Unterricht und Fortbildung diskutieren und erarbeiten Ansätze für eine inklusive und diversitätssensible Religionspädagogik. Neben dem Internetportal „InReV“ werden Qualitätskriterien und Leitfragen für die Unterrichtspraxis entwickelt, die auch Grundlage inklusiv-religionspädagogischer Fortbildungsarbeit sind. Das Referat Inklusion des RPZ Heilsbronn bringt sich in diesen Entwicklungsprozess ein.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vielfaltssensiblen und inklusiven Religionspädagogik stellt die Veröffentlichung des Sammelbandes "Inklusive Religionspädagogik der Vielfalt" dar. Im Sammelband findet sich auch ein Artikel des RPZ-Referenten Dr. Patrick Grasser über "Dis/Ability in der Religionspädagogik".

Seit dem Sommersemester 2015 befassen sich Studierende der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Vertiefungsgebiet "Es ist normal, verschieden zu sein – Inklusion als religionspädagogische Aufgabe"mit aktuellen Fragen und exemplarischen Projekten rund um das Thema Inklusion. Als zukünftige Religionspädagog*innen lernen die Studierenden inklusive Ansätze kennen und diskutieren über inklusive Veränderungen in Kirche, Unterricht und Gesellschaft. In kleinen Forschungsprojekten untersuchen sie einen Teilaspekt von Inklusion im Kontext von (religiöser) Bildung.

Das Forschungsprojekt "Religion inklusiv unterrichten"

Das Referat Inklusion des RPZ Heilsbronn ist auf die religionspädagogische Praxis in inklusiven Lernsettings bezogen. Dies setzt eine wissenschaftsbasierte Reflexion religionspädagogischer Arbeit in Inklusionsprozessen und die Auseinandersetzung mit inklusions-religionspädagogischen Theorie- und Praxiskonzepten. In diesem Sinne versteht sich das Referat Inklusion als Vernetzungsstelle von Theorie und Praxis inklusiver Religionspädagogik.

Dies spiegelt sich auch im Forschungsprojekt "Religion inklusiv unterrichten" von Dr. Patrick Grasser wider:
Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention und der staatlichen Förderung von Inklusion an Schulen stehen auch Religionslehrkräfte vor der Herausforderung, ihren Unterricht inklusiv und diversitätssensibel zu gestalten. Welche Praxiserfahrungen sammeln Religionslehrer*innen in ihrem inklusiven Religionsunterricht? Wo nehmen Sie Inklusion als gelingend wahr, wo erkennen sie Grenzen? Wie verändert sich Religionsunterricht durch Inklusion und welche Kompetenzen brauchen Religionslehrer*innen, um religiöse Bildungsprozesse inklusiv gestalten zu können?
Der Band "Religion inklusiv unterrichten", der in der Reihe "Religionspädagogik innovativ" des Kohlhammer Verlags erschienen ist, verfolgt diese Fragestellungen in einer empirischen Studie und rückt dabei die Perspektive kirchlicher Religionslehrkräfte an bayerischen Inklusionsschulen in den Fokus. Ihre Praxisreflexionen über inklusiven Religionsunterricht liefern Bezugspunkte zur Weiterentwicklung einer inklusiven und diversitätssensiblen Religionspädagogik.

Forschungsprojekte von Studierenden

Das Referat Inklusion des RPZ Heilsbronn beteiligt sich bereits seit 2015 an der inhaltlichen Ausgestaltung und Durchführung des Vertiefungsgebiets Inklusion im Studiengang "Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit" der Evang. Hochschule Nürnberg. Geleitet wird dieses Seminar von Prof. Dr. Kathrin Winkler (EvHN) in Kooperation mit Dr. Patrick Grasser (RPZ). Im Rahmen des Vertiefungsgebiets gehen Studierende eigenen Forschungsprojekten im Kontext von Inklusion nach. Unter anderem wurden dabei die folgenden Forschungsthemen von Studierenden bearbeitet und vorgestellt:

  • Umsetzung von Inklusion in Kindertageseinrichtungen: Ein Vergleich von drei Einrichtungen.
  • Inklusion an Schulen: Welche Auswirkungen hat der Migrationshintergrund auf die schulische Bildung?
  • Inklusion an Montessori-Schulen: Chancen und Herausforderungen.
  • Beruflicher Einstieg: Jugendliche mit geistiger Behinderung und ihre Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Eine Erhebung an vier berufsvorbereitenden Einrichtungen.
  • Inklusion als Herausforderung für die Religionsdidaktik: Eine empirische Erhebung bei Religionslehrkräften an Nürnberger Regelschulen.
  • Inklusion in der Gemeinde: Umgang von hauptamtlichen Mitarbeitenden in der Konfirmandenarbeit mit dem Thema Inklusion.
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