Titelbild Förderschule

Literaturhinweis

Christine Einhellinger, Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen. Erkennen, fördern, unterrichten. Stuttgart 2018

Das nur 138 Seiten umfassende Buch ist überaus lesenswert. Bereits der erste Teil, der einen kurzen Überblick über die Geschichte der "Lernbeeinträchtigung" gibt, ist eine Bereicherung. In den folgenden Abschnitten wird eindrücklich die Situation von Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen aufgezeichnet. Was die Jugendlichen in die Schule mitbringen, wird in einem ersten Kapitel dargelegt und öffnet für viele Situationen der Kinder die Augen. Zuerst werden soziale Benachteiligungen in den Fokus gerückt (Leben in Armut, in einem bildungsfernen Milieu, in Risikofamilien, mit Traumatisierungen und mit Migrationshintergrund). Danach werden die internen Merkmale wie Vorwissen, Begabungen, organische Probleme und auch das Gender-Thema erörtert. Die Verfasserin fragt dann nach den schulischen Bedingungen, auf die diese Kinder treffen, und führt einfühlsam und hoch kompetent vor Augen, wie schwierig diese Situation für die Kinder ist. In einem letzten Abschnitt beschreibt sie, wozu dieses Aufeinandertreffen von dem, was die Kinder mitbringen und dem, was sie vorfinden, führt. Sie beschreibt, was bei den Schülerinnen und Schülern zu beobachten ist.
Ohne vorschnelle Lösungen anzubieten beschreibt die Autorin, wer diese Kinder sein können, die als "lernbeeinträchtigt" bezeichnet werden. Das Buch hilft zu einer differenzierteren Wahrnehmung und zu einem besseren Verständnis von gesellschaftlichen Zusammenhängen und den Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen und zu einer gezielteren Unterstützung.

Ulrich Jung, Juni 2018

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